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Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Epenwöhrden

Um den Brandschutz sicher zu stellen, wurde in vielen Gemeinden eine Zwangswehr aufgestellt. Da aber die Einsatz- und Leistungsbereitschaft in den Zwangswehren oft zu wünschen übrig ließ, wurden nach und nach freiwillige Feuerwehren gegründet.

Nach einem Großbrand am Pfingstsonnabend 1924 in Epenwöhrden, bei dem 4 Häuser im westlichen Dorf (heute Mittelweg) abbrannten, machte man sich auch hier Gedanken über eine freiwillige Feuerwehr. In Barsfleth und Thalingburen wurden noch im selben Jahr Feuerwehren gegründet. Dieses sollte nun auch in Epenwöhrden passieren. Am 15 Januar 1925 versammelten sich 17 Männer um die Freiwillige Feuerwehr Epenwöhrden zu gründen. Mit anwesend waren Wilhelm Kroos, als Vertreter der Gemeinde Epenwöhrden und Führer der Zwangswehr, sowie vom Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Peter Vollmer - Marne, Otto Jebens - Meldorf und Oberbrandmeister Johann Böhe - Kanzlei.

  • Drei Gründungsmitglieder: Ernst Klinck – Willy Karstens – Friedrich Karstens
  • Ausschnitt aus dem Gründungsprotokoll

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Epenwöhrden wurde einstimmig beschlossen wie in der Abschrift des Gründungsprotokolls zu lesen ist. Danach wurde zu den Wahlen geschritten. Die erste Führung hatten:

Hauptmann Alfred Bremer
Schriftführer Friedrich Karstens
Spritzenführer Jens Nubbe
Steigeführer Heinrich Seger

Mit der Gründung wurde beschlossen, dem Kreis- und Provinzialfeuerwehrverband beizutreten. Nachdem es große Differenzen zwischen Bauernschaft und Feuerwehr gab, die Bauernschaft wollte nur 10 Feuerwehrmänner haben, es hatten sich aber mehr gemeldet, legte Alfred Bremer den Vorsitz nieder. Es gab am 12. Mai 1925 Neuwahlen:

Hauptmann Heinrich Seger
stellvertr. Hauptmann Hinrich Fick
Schriftführer Friedrich Karstens
Spritzenführer Fritz Kock
Steigerführer Wilhelm Schlemann

Der Übungsabend wurde auf den Donnerstag festgelegt, was bis heute Bestand hat, und die von Pferden gezogene Handdruckspritze sowie Leitern, Eimer, und Patschen wurden von der Zwangswehr übernommen. Diese Gerätschaften standen im Spritzenhaus gegenüber der Schmiede (heute Greuling.) Im Jahr 1928 wurde erstmals ein Gerätewart gewählt, dem eine Vergütung von 60 RM pA gezahlt wurde.

Während der Kriegszeit wurden einige Kameraden zu Aufräumarbeiten nach Hamburg beordert. Es wurde auch eine Motorspritze mit Anhänger und Schläuchen angeschafft, ein Tragkraftspritzenanhänger TSA.

Die erste protokollierte Versammlung nach dem Krieg fand am 20. März 1947 statt. Zu dieser Zeit fungierte Alfred Bremer bereits wieder als Hauptmann. Es waren 19 Kameraden anwesend, 2 entschuldigt, 2 unentschuldigt und noch 3 in Kriegsgefangenschaft. Damit hatte die Wehr eine Stärke von 26 Kameraden. Ein totaler Neuaufbau begann. Wehrführer war Alfred Bremer, stellvertretender Wehrführer Fritz Kock.

Am 27 Januar 1948 musste Alfred Bremer den Wehrführer aus Altersgründen abgeben und wurde Ehrenmitglied. Zu seinem Nachfolger wurde Hinrich Sachau gewählt. Adolf Pfeil löste 1951 den Stellvertreter Fritz Kock ab und wurde 1955 zum Wehrführer gewählt, da Hinrich Sachau Amtswehrführer wurde. Stellvertretender Wehrführer wurde Hans Peter Bremer.

Ein Rohrbrunnen wurde 1955 auf dem Hof des Bürgermeisters Joachim Hinrichs zur Wasserentnahme erstellt. Mit dem Bau der zentralen Wasserversorgung mit Hydranten wurde 1962 begonnen. Heute stehen 31 Hydranten zur Verfügung. Nach 40 Jahren als Schriftführer scheidet 1965 das letzte Gründungsmitglied Friedrich Karstens aus dem Vorstand aus. Er übergibt dieses Amt an seinen Sohn Hans Heinrich.

Das neue Gerätehaus am Heidstieg wurde der Wehr am 15. Dezember 1967 übergeben. Es verfügt über zwei Stellplätze sowie einen Mast zum trocknen von Schläuchen. Hans Sachau wird 1969 zum stellvertretenden Wehrführer gewählt, da Hans Peter Bremer Amtswehrführer wurde.

Im Januar 1971 durfte die Wehr ihr erstes Fahrzeug, ein TSF RW Tragkraftspritzenfahrzeug Rüstwagen, in Empfang nehmen. Es war eines der modernsten Fahrzeuge im Kreis Dithmarschen. Unter diesen guten Voraussetzungen stellt sich die Wehr im Juni der Leistungsbewertung „Bronzene Plakette“ mit Erfolg. Diese wurde 1973 wiederholt und 1974 die „Silberne Plakette“ errungen.

Auf der Versammlung 1975 löst Reimer Hinrichs den Stellvertreter Hans Sachau ab, und wurde 1981 Wehrführer. Adolf Pfeil wurde nach 26 Jahren als Wehrführer zum Ehrenwehrführer und Ehrenmitglied. Neuer Stellvertreter wurde Klaus Rudolf Fischer.

Seit 1976 findet jedes Jahr ein Grillfest statt, zu dem auch die Partner eingeladen werden. Auf der Versammlung 1990 wird Harald Mohr Stellvertreter, Klaus Rudolf Fischer scheidet aus Altersgründen aus und wird Ehrenmitglied.

Die alte Pumpe wird 1986 durch eine neue TS 8/8 ersetzt. Nach 19 Jahren Dienstzeit geht das alte Feuerwehrauto in den Ruhestand. So wird am 15. Juni 1990 das neue Fahrzeug, ein TSF GW Tragkraftspritzenfahrzeug Gerätewagen, von Bürgermeister Peter Thomsen übergeben. Drei Jahre später kann das dritte Gerätehaus am Grünen Weg bezogen werden. Es ist ein Mehrzweckgebäude welches von allen Vereinen genutzt werden kann. Im November 1997 wurde die Amtsjugendwehr in Gudendorf gegründet.

Das 75 jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Epenwöhrden wird im August 2000 mit einem Musikabend, Festwoche und Fahrzeugschau der Amtswehr Meldorf- Land gefeiert. Der Leistungsbewertung das „Bronzene Beil“ stellt sich die Wehr im Sommer 2001. Nach 25 Jahren Dienstzeit als Wehrführer kandidierte Reimer Hinrichs 2006 nicht wieder und wird zum Ehrenwehrführer, sein Nachfolger wurde Harald Mohr und Stellvertreter Thorsten Bremer. Damit ist die dritte Generation der Familie Bremer in Folge in der Wehrführung der freiwilligen Feuerwehr.

2009 wurde die Alarmierung digitalisiert und 10 Kameraden mit Funkmeldempfänger ausgestattet. Die Wehr erhielt zudem noch vier 2m Funkgeräte. 2010 bekamen alle aktiven Kameraden ein neue Überjacke. Aus persönlichen Gründen hat Harald Mohr Anfang 2011 sein Amt als Wehrführer niedergelegt. Neuer Wehrführer wurde Thorsten Bremer und Stellvertreter Uwe Groth. Durch die anhaltenden Regenfälle wurde eine Tauchpumpe mit einer Leistung von 400 l /min angeschafft. Als erste Frau trat Jasmin Liebenau 2014 in die Wehr ein. In den Jahren 2015 und 2016 hat unsere Wehr 4 Atemschutzgeräte angeschafft und in der Umstellung auf den Digitalfunk wurden 6 Handfunkgeräte und ein Fahrzeugfunkgerät beschafft. Im Jahr 2017 wurden alle Kameraden mit Funkmeldeempfänger ausgestattet, da zwei Sirenen defekt waren und eine Reparatur unwirtschaftlich war.

War der Einsatzschwerpunkt früher die Brandbekämpfung, so hat sich das Bild im Laufe der Jahre gewendet und die technische Hilfe ist in den Vordergrund getreten. Mit dazu beigetragen hat auch die stark befahrene Bundesstrasse 5, auf der die Verkehrsunfälle zunehmen.

Es hat sich in der Zeit seit Gründung unserer Wehr, bis heute, kein schwerer Unfall mit Kameraden ereignet. Wir wollen hoffen, dass dieses so bleibt.

Die Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Epenwöhrden

  • Alfred Bremer 1925, 1942-1948
  • Heinrich Seger 1925-1942
  • Hinrich Sachau 1948-1955
  • Adolf Pfeil 1955-1981
  • Reimer Hinrichs 1981-2006
  • Harald Mohr 2006-2011
  • Thorsten Bremer seit 2011